Aufruf

Liebe Freundinnen und Freunde,

Ende 2009 demonstrierten tausende Menschen, um für eine völlige Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare einzutreten. “Erstklassige Rechte” hieß diese Demo. Es war kurz vor Beschlussfassung des Gesetzes zur Eingetragenen Partnerschaft. Schon damals machten die Organisator_innen darauf aufmerksam, dass zahllose Diskriminierungen bestehen bleiben.

Mittlerweile geben vor allem Gerichtshöfe unserer damaligen Kritik recht: Egal ob “Bindestrichverbot” bei Doppelnamen, Trauzeug_innen-Verbot, Ja-Wort-Verbot oder – wie zuletzt in Straßburg – das Verbot der Stiefkindadoption: Diskriminierungen fallen! Aber sie fallen nicht weil die Politik diese beseitigt, sondern weil Betroffene klagen und Recht bekommen.

Auch nach dem letzten Urteil hat Justizministerin Beatrix Karl angekündigt, nur das Gerichtsurteil umzusetzen. Andere Diskriminierungen werden nicht beseitigt. Zahlreiche Politiker_innen der ÖVP und der FPÖ fühlten sich bemüssigt, weiter gegen die Gleichstellung homosexueller Paare zu wettern, etwa der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer in einem Interview in Der Standard oder H.C. Strache auf seiner Facebook-Seite.

Wir setzen am 22.3. erneut ein Zeichen!
Erstklassige Rechte – Für eine völlige Gleichstellung jetzt!
Gegen trans- und homophobe Politik!

Das Rechtskomitee Lambda, der Verein FAmOs – Familien Andersrum Österreich und die Grünen Andersrum haben sich zusammengetan, um eine Neuauflage der Demo “Erstklassige Rechte” ins Leben zu rufen!

Verlauf

16:30 Treffpunkt ÖVP-Zentrale, Lichtenfelsgasse 7, 1010 Wien (gegenüber Rathaus)
17:00 Demozug Lichtenfelsgasse – Landesgerichtsstrasse – Justizministerium – Parlament
18:00 Abschlusskundgebung Parlament

  • Reden von Barbara Schlachter (FAmOs), Helmut Graupner (RKL) und Marco Schreuder (Grüne)
  • Stadträtin Sandra Frauenberger, Ulrike Lunacek, MEP
  • Musikbeiträge von Christine Hödl, Mario Mrazek und Milagros Piñera
  • Moderation: Holger Thor

Da so eine Demo erstaunlich viel Geld kostet, freuen wir uns, wenn Ihr uns auch mit einem Beitrag unterstützen könntet. Gerne werden wir uns bei Euch mit Eurem Logo auf unserer Homepage und allen Flyern und der Bühnenrückwand bedanken.

Das Spendenkonto des RKL für Erstklassige Rechte II:

IBAN: AT082011128019653402
BIC: GIBAATWWXXX

Du bist herzlich eingeladen teilzunehmen und mit aufzurufen, in deinem/eurem Netzwerk einzuladen und an der Demo teilzunehmen!

Wir würden uns darüber sehr freuen und bitte um rasche Antwort an erstklassigerechte at erstklassigerechte net, der die Liste der Mit-Aufrufenden betreut.

Mit lieben Grüßen

RKL – Rechtskomitee Lambda
FAmOs – Familien Andersrum Österreich
Die Grünen Andersrum
SoHo – Sozialdemokratische Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender rund Intersexuellen Organisation

Anfragen, Unterstützungserklärungen und Sponsorenzusagen an erstklassigerechte erstklassigerechte net

4 Kommentare zu Aufruf

  1. Christopher sagt:

    Hallo!

    Ich finde gut was ihr da macht. Glaube ich zumindest. Weil vor lauter Gendern weigere ich mich, den Inhalt dieser Seite zu lesen. Ein Beispiel:

    „Rede eine_r SPÖ-Politiker_in (angefragt)“

    Erstens heißt es männlich eineS PolitikerS. Zweitens widerspricht diese Schreibweise dem Duden, der ÖNORM und jeder sonsigen Rechtschreibregel. Drittens sieht es hässlich aus und ist schwer zu lesen.

    Und vor allem: DER KLEINEN FRAU_in AUS DEM VOLK BRINGT DAS G-A-R N-I-C-H-T-S! Die Mindestrentnerin, die grad noch ihre Wohnungsmiete zahlen kann, hat nichts davon wenn man die deutsche Sprache vergewaltigt.

    Also lasst es. Für mich war die „männliche“ Pluralform seit eh und jeh ungeschlechtlich und beinhaltete beides. In anderen Sprachen kann gar nicht „gegendert“ werden, das Arabische kennt kein Grammatikalisches Geschlecht, und man sieht ja wieviel die Mensch_innen weiblichen Geschlechts dort teilweise wert sind.

    Als Homosexueller, der sich nach Ehe- und Adoptionsrechtlicher Gleichstellung sehnt, wünsche ich euch natürlich noch viel Erfolg. Und möge die Einsicht über euch kommen, dass gerade durch das Binnen-I und den Unterstrich das natürliche Geschlecht betont und das soziale Geschlecht und die Identität der Menschen untergraben werden – also wird dadurch die Diskriminierung erst recht gefördert. Gratulation.

    Christopher.

    • lady sagt:

      Gut, dass der Herr weiß, was der kleinen Frau_in, die natürlich immer exakt so geschrieben wird von diesen Freaks, „was bringt“. Wer eine Diskriminierung kennt, kennt alle, ja?

  2. Martina sagt:

    Durch Grammatik und Binnen-I lässt du dich von einer Demo für deine Rechte abhalten? Muss eh jedeR selber wissen, für mich persönlich sind gleiche Rechte aber wichtiger als der Duden.

  3. Mary sagt:

    Lieber Christopher,

    Schade, dass du so denkst. Ich weiß, dass es nicht leicht fällt, Kritik von Fremden*, speziell im Internet, anzunehmen, aber nichts zu sagen fände ich auch falsch und vielleicht kann dir mein Beitrag ja trotzdem zu einem Geistesblitz verhelfen.

    Ich finde es toll, dass es viele Sprachen gibt, in denen nicht gegendert werden kann – weil eben bezeichnende Wörter NEUTRAL sind. Im Deutschen ist das anders, ein Arzt kann nur ein Mann* sein (wobei natürlich nicht auf den ,,biologischen Mann“ zu beschränken!) und eine Ärztin nur eine Frau (ebenso).

    ,,(…)weigere ich mich, den Inhalt dieser Seite zu lesen.“ – du siehst, es liegt an dir, nicht an den Grünen. Lass dir gesagt sein, man gewöhnt sich an alles, speziell wenn etwas eine so gute Intention innehat und wenn man will. Wenn man nicht will, hat man eh schon verloren.

    Die Mindestrentnerin* kann vom Gendern sicher nicht ihre Miete zahlen, aber warum sollte man sich nur um die ,,größeren“ Probleme kümmern, wenn viele leichter zu lösende sich so sehr anbieten. Das ist, wie wenn man morgens sagt: ,,Ich zieh mir heute keine Unterhose an, weil das, was eigentlich wichtig ist gegen Kälte, ist der Mantel“ – macht wenig Sinn (außer man steht auf Freiheit in der Genitalgegend ;)) und es wäre nur ein kleiner, einfacher Schritt, zuerst die Unterhose anzuziehen. Sonst merkt man spätestens im täglichen Gebrauch – ups, da fehlt was.

    Solange die meisten Menschen sich in das Raster Frau-Mann einordnen (lassen), ist es auch wichtig, alle diese Leute benennen zu können. Für alle anderen Menschen gibt es zum Glück mittlerweile auch akzeptable Schreibweisen, wie zB mit Unterstrich, Sternchen usw.

    Man kann nicht von heut auf morgen beschließen, dass das Wort Arzt alle Menschen meint, die diesen Beruf ausüben, denn er meint halt doch ,,nur“ die Männer*. Diskriminierung wird vor allem durch festgefahrene Strukturen gefördert, und auch wenn du das sicherlich nicht gerne hörst – deine Meinung zum Thema Geschlechtergerechte Sprache trägt viel zu diesen Strukturen bei.

    Ich hoffe, du kannst deine Meinung nochmal überdenken – ist immer cooler, wenn Leute in allen Bereichen reflektiert sind und nicht nur in einem.

    P.S.: ,,(…)deutsche Sprache vergewaltigt.“ hättest du dir auch sparen können, macht ’nen beschissenen Eindruck und zeugt von keiner sehr tiefgründigen Beschäftigung mit dem Thema.

    Mary

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