Grussbotschaft von Frau Bundesministerin Gabriele Heinisch Hosek

Die aktuellen Entwicklungen zeigen uns den Weg vor:

Der Zug in Richtung völliger Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren ist längst abgefahren! Viele, auch konservativ regierte Staaten öffnen die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare.

Und auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat unlängst klargestellt: Der Stiefkindadoption in Regenbogenfamilien sollte nichts mehr im Wege stehen! Jetzt heißt es, dieses Urteil zügig umzusetzen.

Ich will, dass Österreich auf diesen Zug aufspringt und nicht unter den Schlusslichtern in der EU bleibt.

Das Gesetz über die Eingetragene PartnerInnenschaft (EP) war ein erster wichtiger Schritt. Ich erachte die EP aber als „unvollendetes Werk“. Denn in einigen Punkten gibt es noch klare Nachteile gegenüber der Ehe. Diese Nachteile gilt es auszuräumen, es braucht einen Lückenschluss hin zu einer völligen Gleichstellung.

Ich setze mich daher ein für:

  • Die Stiefkindadoption. Das EGMR-Urteil ist höchst erfreulich, und wir werden es rasch umsetzen. Wenn es nach mir geht, sollten wir auch gleich die Fremdkindadoption mit regeln, dafür werde ich mich stark machen. Denn warum sollten gleichgeschlechtliche Paare die schlechteren Eltern sein? Zahlreiche Studien belegen, dass sich Kinder völlig gleich entwickeln wie Kinder aus heterosexuellen Beziehungen. Es wird höchste Zeit, dass die Politik das anerkennt und entsprechende Schritte setzt!

  • Dasselbe gilt für Pflegekinder. Ich finde es skandalös, dass es gleichgeschlechtlichen Paaren in manchen Bundesländern verboten ist, Pflegeeltern zu werden. Dabei hat die Stadt Wien nur die besten Erfahrungen mit ihnen gemacht. Höchste Zeit, dass die anderen Länder nachziehen!

  • Namensrecht: Auch Regenbogenfamilien sind Familien, konsequenter Weise ist es untragbar, dass sie nicht auch einen Familiennamen tragen dürfen.

  • Künstliche Befruchtung: Alleinstehenden und lesbischen Frauen soll endlich der Zugang zu medizinisch unterstützter Fortpflanzung ermöglicht werden. Auch die Bioethikkommission spricht sich klar dafür aus – Zeit, dass wir ihre Empfehlungen endlich umsetzen!

  • Die Öffnung der Ehe bleibt für mich das große Ziel. Ich hoffe, dass die ÖVP hier über ihren Schatten springt, denn Beispiele wie England zeigen: Auch konservative Politiker haben längst erkannt, dass wir im 21. Jahrhundert eine moderne Familien- und Gesellschaftspolitik brauchen und nicht in verkrusteten Positionen verharren dürfen.

Abschließend möchte ich nochmal klarstellen: „Familie“ bedeutet schon lange nicht mehr nur „Vater, Mutter, Kind“. Regenbogenfamilien machen den Familienbegriff heute bunter, vielfältiger, facettenreicher als früher. Familie ist dort, wo sich zwei Menschen lieben und für einander da sein wollen – ob mit oder ohne Kinder, ob homo- oder heterosexuell.

Diese Realität gilt es anzuerkennen und zu würdigen.

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Ein Kommentar zu Grussbotschaft von Frau Bundesministerin Gabriele Heinisch Hosek

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